Birbal

Theater, 4. Klasse von Gion D. Ragaz, 23/24 Juni 2004

Die Komödie, geschrieben von Christian Gurzeler, habe ich vom ELGG-Verlag in Bern bezogen. Das Stück war aber zu kurz und hatte zu wenig Rollen, besonders für die Mädchen. Ich habe das Stück dann zeitlich und inhaltlich erweitert, noch mehr Witz und Pfeffer reingebracht, so dass alle eine Sprechrollen hatten und wir auf eine angenehme Spielzeit von ca. einer Stunde gekommen sind. Da wir keine Kulissen wechseln mussten, konnten wir es zügig, praktisch ohne Pause durchspielen, was dem Ganzen zusätzlich eine wohltuende Dynamik verliehen hat. Bei der Regie ist mir Frau Herta Egli mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Frau Doris Cavicchiolo hat als Kleiderchefin ganze Arbeit geleistet und Herr Adrian Cavicchiolo einige witzige Requisiten bereitgestellt. Für den Apero, gesponsert von Herrn Peter Vögeli, war Frau Jolanda Bischof zuständig. Herr Walter Züger hat die Beleuchtung übernommen. Der elegante Königsthron hat uns freundlicherweise Vögele Shoes zur Verfügung gestellt und die Versteigerung der afrikanischen Trommel wurde von Ernst Räber durchgeführt. Frau Bernadette Geiger hat das Theater auf DVD festgehalten. Wer eine Kopie beziehen möchte, soll sich bei ihr oder bei mir melden (055 280 39 26). Allen beteiligten, auch den vielen, die ich hier nicht genannt habe, ganz herzlichen Dank. Der Erlöse von ca. 1'400 ging vollumfänglich an "Chance for Children", einem Kinderhilfswerk der Primarlehrerin Daniela Rüdisueli in La-Acra, Ghana.
Rollen
Birbal Dario Kuster
König Loris Casura
Königin Olivia Hinder
Gulbo Petra Rüegg
Mahmud Florian Steinbacher
Muhmud Silvan Cavicchiolo
Hofdame Yvonne Kühne
Hofzauberer Raphael Vögeli
Gopalaswami Micha Winzeler
Radschendraswami Mario Steiner
Lakschmibhai David Geiger
Maurer Thomas Ronner
Kuli Manuell Gjokaj
Töpfer Debora Winiger
Balakrischna Flurin Steiner
Radha Jetmire Bytyqi
1. Wächter Tobias Fleischmann
2. Wächter und Scharfrichter Sandro Bischof
Tänzerin Martina Duft
Tänzerin Liridona Kadriu
Dienerin Arnela Ajdari
Dienerin Adelina Gjokaj
1. Sanitäter David Geiger
2. Sanitäter Dabora Winiger
Inhalt des Stückes

Der Hofwäscher Gulbo, leider nicht ganz nüchtern, sucht verzweifelt seinen Esel. Das Grautier ist ab und davon mit der Wäsche des Königs! Wo könnte er sein? Der Hellseher und Gaukler Birbal, der eben in der indischen Stadt Tuglak eingetroffen ist, hilft ihm aus der Patsche!

Am gleichen Tag wird auch der Königspalast auf den Kopf gestellt. Wo ist das goldene Tafelgeschirr? Der König ist ausser sich und weigert sich, aus einem anderen Geschirr zu essen. Da gelangt die Kunde in den Palast, dass sich in der Stadt ein fremder Hellseher aufhalte, der dem Hofwäscher Gulbo geholfen habe, seinen Esel zu finden. Rasch wird nach ihm gesucht. Zur grossen Erleichterung aller kann er das Versteck des goldenen Tafelgeschirrs ausfindig machen. Birbal darf nun, zur Belohnung, dem geizigen König beim Essen zuschauen! Dann, nach dem Mahl, wird ihm auch noch erlaubt, den König Gericht halten zu sehen!

Ein Mann namens Radschendraswami tritt ein. Er beklagt sich beim König, dass sein Freund Gopalaswami, ein begnadeter Dichter, von einer einstürzenden Lehmmauer erschlagen worden sei. Er beschuldigt den Grundstückbesitzer Lakschmibhai und fordert Rache. Der Grundstückbesitzer muss vor dem König erscheinen. Er bedauert den Tod des Dichters, macht aber den Mauere dafür verantwortlich, dieser wiederum schiebt die Verantwortung auf den Kuli, dieser auf den Töpfer, als nächste Person muss die Tänzerin erscheinen, dann der Goldschmied, sein Gehilfe Bhabesch und schliesslicht wird der ideale Sündenblock gefunden – Gulbo! Obwohl er gar nichts mit dem Ganzen zu tun hat, bekennt er sich, da er betrunken ist, freimütig als Schuldiger. Schon wird der Pfahl herbeigeholt und bereitgemacht und Gulbo instruiert, wie er springen muss, damit er schmerzlos sterben kann. Birbal gefällt das gar nicht – und – listig wie er ist, bittet er um die Erlaubnis, nochmals die Muscheln werfen zu dürfen. Lange betrachtet der die Lage der Muscheln, dann verkündet er feierlich: „Der erst Mensch, der auf diesem frisch errichteten Pfahl dahingeht, wird im nächsten Leben König von Tuglak werden!“ Nun wollen sich alle auf den Pfahl werfen, König, Minister, etc., denn schliesslich möchte jeder König von Tuglak werden. Das allgemeine Durcheinander nutzen Birbal, der noch rasch eine hübsche Tänzerin mit sich zieht und Gulbo zur Flucht. Nach einer kurzen Wegstrecke hält die Tänzerin Birbal zurück. Sie möchte verhindern, dass sich der König auf den Pfahl wirft, denn, sollte er sterben, würde die Königin, nach altem indischen Brauch, als seine Witwe, bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Da ihr die Königin ans Herz gewachsen ist, möchte sie das auf jeden Fall verhindern. Birbal fasst sich ein Herz und kehrt mit der Tänzerin und mit Gulbo zurück. Das Chaos im Palast ist immer noch im vollen Gange, aber beim Erscheinen der drei wird es still. Birbal wäscht allen die Kappe, dann verkündet Gulbo: „Je länger man lebt, umso kürzer ist der Tod!“ Diese Weisheit versetzt die Anwesenden ins Grübeln. Der König findet, dies sei ja eine weltbewegende Weisheit, und möchte Gulbo und Birbal belohnen. Gulbo darf an der Universität der Stadt Philosophie studieren, rührte keinen Alkohol mehr an und wurde ein berühmter Gelehrter. Birbal heiratete die Tänzerin und wurde einer der engsten Berater des Königs. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie auch heute nicht mehr!

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